Fachwissen

Grundlagen

Wofür HomeoGuard® eingesetzt wird, wie man richtig misst und die Ergebnisse versteht, Interpretationsbeispiele und weiterführende Literatur.

HomeoGuard – wofür?

Low-Level-Nutzung

Mittels fünf verschiedener audiovisueller Biofeedback-Übungen mit vielfältigen Optionen können unterschiedliche Facetten des Gleichgewichts spielerisch zur Freude von Übenden und Therapeuten geübt werden.

Mittels der Funktion „Verlauf“ (Erfolgskontrolle) kann die fortlaufende Verbesserung des Gleichgewichts über Wochen, Monate und Jahre individuell, objektiv und grafisch dargestellt werden. „HomeoGuard“ kann auch für die Erfolgskontrolle anderer Maßnahmen in Schulen, Sportvereinen, physiotherapeutischen und ergotherapeutischen Praxen und Senioreneinrichtungen als Motivation für Klienten und Therapeuten ohne weitere Vertiefung in die Materie der Posturographie genutzt werden.

Higher-Level-Nutzung

Mittels vier Standardmessungen, einer innovativen Auswertung (ein Alleinstellungsmerkmal unserer Software) und der FFT-Analyse können die Anteile der posturalen Regelsysteme (visuell, sensorisch und vestibulär) sehr genau bestimmt werden, sodass präzise Rückschlüsse auf Defizite und gezielte Trainingsmaßnahmen gezogen werden können. Diese differenzierte Auswertung erfolgt unabhängig davon, ob die posturale Kontrolle insgesamt als gut oder unzureichend bewertet wird. Selbst bei überdurchschnittlich guter posturaler Kontrolle können gravierende Defizite in einem Regelsystem durch ein oder zwei andere kompensiert werden.

Mit Hilfe leicht verständlicher Diagramme kann dies ohne Vorkenntnisse sofort erkannt werden. Auf dem Auswertungsbildschirm werden alle Messergebnisse sehr leicht verständlich dargestellt. Die Messwerte werden je nach Abweichung vom Referenzwert in verschiedenen Farben dargestellt. Die Referenzwerte sind differenziert nach Messbedingungen, Messzeit, Alter und Geschlecht.

Videobrille: Für gezielte Übungen bei visuell kompensierten Defiziten besteht die Möglichkeit eines audiovisuellen Biofeedback-Trainings unter Ausschluss der visuellen Orientierung mittels der Hightech-Videobrille Oculus Quest auf stabiler oder instabiler Unterlage.

Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche haben grundsätzlich Defizite in der posturalen Kontrolle, welche sich kontinuierlich bis zum Alter von ca. 20 Jahren entwickelt, was sich auch in häufigeren Stürzen manifestiert. Der Zusammenhang zwischen Gleichgewichtstraining, Konzentration und Schulnoten in statistisch durchschnittlichen Gruppen ist oft nachgewiesen worden, u. a. in einer Studie des Hessischen Kultusministeriums („Bildung kommt ins Gleichgewicht“). Werden Kinder und Jugendliche mit Konzentrationsstörungen gesondert erfasst, ist dieser Zusammenhang viel höher.

Sport

Im Sport ist der Nutzen des Gleichgewichtstrainings als Sturzprävention reichlich bekannt, jedoch auch zur Leistungssteigerung. Da im Spitzensport die meisten Faktoren bis an die Grenzen ausgereizt sind, können auch kleinste Zugewinne an posturalen Fähigkeiten in vielen Sportarten entscheidend für die Leistung sein.

Mittels der innovativen „HomeoGuard“-Auswertung kann das Training sowohl mit als auch ohne „HomeoGuard“ präzisiert und durch die Erfolgskontrolle verifiziert werden.

Auf der Grundlage der Klienten-Baseline können sogar Rückschlüsse auf die mentale Tagesform gezogen werden.

Senioren

Senioren sind bekanntlich besonders sturzgefährdet. Dies stellt ein hohes Risiko für das Schicksal und die Lebensqualität der Betroffenen dar. Das „HomeoGuard“ audiovisuelle Biofeedback-Training ist dank entsprechender Optionen auch für betagte Senioren unter Berücksichtigung unserer Sicherheitshinweise geeignet. Dafür haben wir zusätzlich auch einen besonders prägnanten Bildschirm integriert. Die Erfahrung zeigt, dass audiovisuelle Trainingssysteme motivierender und konzentrationsfördernder auf Senioren wirken als nichtapparative Verfahren. Die objektive Erfolgskontrolle trägt ebenfalls wesentlich dazu bei.

Messen, verstehen, gezielt üben

Schaubild: Auge, Gleichgewichtsorgan und Füße liefern Informationen für die posturale Kontrolle

Posturale Kontrolle

Um das Gleichgewicht zu halten, benötigt das zentrale Nervensystem vielfältige Informationen vom Körper und aus der Umgebung.

Die drei wichtigsten Informationsquellen sind das visuelle, vestibuläre und somatosensorische System. Mittels Standardmessungen können diese durch den Vergleich mit Referenzwerten differenziert betrachtet werden.

Standardmessungen

  • Augen offen, feste Unterlage – alle drei Regelsysteme sind beteiligt.
  • Augen zu, feste Unterlage – das vestibuläre und das somatosensorische System sind beteiligt, das visuelle System ist gehemmt.
  • Augen offen, Schaumstoff-Unterlage – das visuelle und vestibuläre System sind beteiligt, das sensomotorische System ist gehemmt.
  • Augen zu, Schaumstoff-Unterlage – das vestibuläre System ist beteiligt, das visuelle und das sensomotorische System sind gehemmt.

Schaumstoff: 4,5 × 44,5 × 26,5 cm Verbundschaumstoff V-120, 120 kg/m³, Stauchhärte 20 kPa.

Auswertung

Mehrere Hersteller posturographischer Systeme bieten als Ergebnis der Messungen einen Sturzindex an, Auswertungen wie „Posturales Alter“ oder verschiedene Scores auf intransparenten Grundlagen. Auch falls man das Thema sehr eng fassen würde, ist eine derartige Wertung, vor allem bei Senioren ohne die Einbeziehung der Muskel- und Sprungkraft, nicht zielführend, da die statische Posturographie diese Parameter nicht erfasst.

Eine Vorhersage über das individuelle Sturzrisikopotenzial einer Person ist schwierig, da in der Regel nicht ersichtlich ist, welche Sturzrisiken dabei die einzelne Person mitbringt. Ein Übersichtsartikel von Meyer & Ayalon (2006) zeigt auf, dass bisher über 130 Sturzrisikofaktoren identifiziert wurden. Laut Runge & Schacht (2005) kommen auf 100 Stürze 300 bis 400 Ursachen und jedes Sturzereignis resultiert aus der Kombination von mehreren, sich potenzierenden Risikofaktoren.

Die motorische Entwicklung ist laut Voelker et al. (1999) ein lebenslanger multidirektionaler Prozess, welcher durch eine hohe intraindividuelle Plastizität gekennzeichnet ist. Daran schließen die Ausführungen von Granacher (2003) zum individuellen körperlichen und geistigen Alterungsprozess an, wobei sich die Plastizität hier auch auf die Adaptionsfähigkeit, Trainierbarkeit und Lernfähigkeit bis ins hohe Alter bezieht. Ein erheblicher Faktor ist auch die individuelle Adaption des Verhaltens an objektiv vorhandene Defizite.

Bei der Ermittlung von Referenzwerten werden bei einer erheblichen Probandenzahl mehrere statistisch gemittelte Messwerte nach Alter und Geschlecht erfasst. Die individuellen Unterschiede fließen in die Standardabweichung ein und sind in diesem Kontext bedeutungslos. Dadurch entsteht der Eindruck, dass auch bei der individuellen Messung die unterschiedlichen Messwerte gleichmäßig mit den Referenzwerten übereinstimmen oder gleichmäßig davon abweichen, was zutreffen kann, jedoch meistens nicht zutrifft.

Nehmen wir den realistischen Fall an, dass bei einer Standardmessreihe bedenkliche Werte für die „95-%-Ellipse“ gemessen werden und überdurchschnittlich „gute“ Werte für die „Geschwindigkeit“. Dies würde auf eine erhebliche Störung hindeuten, bei der eine mangelhafte reflektorische Reaktion auf erhebliche posturale Defizite besteht. Würde man diese Messwerte in einem Index vermischen, käme ein unauffälliges Ergebnis heraus, da sich „gute“ und bedenkliche Messwerte gegenseitig relativieren würden.

Mittels der innovativen HomeoGuard-Auswertung der Standardmessungen (nur HomeoGuard-L) können differenzierte Rückschlüsse gezogen und individuelle Übungskonzepte, mit oder ohne HomeoGuard, für unterschiedliche Zielsetzungen entwickelt werden. Diese innovative Auswertung der Standardmessungen ist ein Alleinstellungsmerkmal unserer Software.

Grundlagen

Schaubild: Sturzhäufigkeit, Muskelkraft und Schwankung von Kindern bis Senioren (Granacher et al. 2010)

Es besteht ein eindeutiger statistischer Zusammenhang zwischen Sturzhäufigkeit und altersspezifischen posturographischen Messwerten im Laufe der Lebensspanne (Granacher et al. 2010).

Sanna Sihvonen (2004) konnte nachweisen, dass innerhalb homogener Altersgruppen kein Zusammenhang zwischen Sturzhäufigkeit und negativen Abweichungen von den altersüblichen Messwerten (Referenzwerten) besteht.

Dies gilt umso mehr für nichtapparative klinische Tests, da diese zusätzlich auch wesentlich ungenauer sind.

Andererseits wurden in der Untersuchung von Sihvonen keine Messungen auf weicher Unterlage durchgeführt. Bei einer scheinbar altersüblichen posturalen Kontrolle können wesentliche Defizite in einem Regelsystem durch die anderen kompensiert werden, wodurch trotz dieser vorerst positiven Adaption in spezifischen Alltagssituationen doch erhöhte Sturzgefahr im Vergleich zum altersüblichen Mittelwert der Sturzhäufigkeit bestehen kann.

In derselben Untersuchung konnte Sihvonen jedoch den eindeutigen Nutzen des Biofeedback-Trainings für die Sturzprävention nachweisen, welcher sich auch in einer Verbesserung der Messwerte widerspiegelt.

Dies bedeutet, dass Klienten unabhängig vom Ausgangsniveau in Bezug auf die Sturzgefährdung vom Biofeedback-Training gleich profitieren und dass posturographischen Messungen für die Erfolgskontrolle derartiger und anderer Maßnahmen eine erhebliche Bedeutung zukommt.

Biofeedback ist eine Übungsmethode, bei der Veränderungen biologischer Vorgänge, die der unmittelbaren Sinneswahrnehmung nicht zugänglich sind, mittels technischer Hilfsmittel beobachtbar, daher dem eigenen Bewusstsein zugänglich gemacht werden. Übungsziel ist meistens, durch operante Konditionierung neue, auch unbewusste Regulationsschleifen zu etablieren. Dadurch erhöht sich die Relevanz der verbesserten Messwerte in Bezug auf die Sturzhäufigkeit unabhängig vom Ausgangsniveau. Dies gilt auch für andere Trainingskonzepte.

Sandra Rebholz (2010) konnte die erhebliche Bedeutung des propriozeptiven Trainings und der posturographischen Erfolgskontrolle für die Verletzungsprophylaxe bei Ballsportarten nachweisen.

Zahlreiche Untersuchungen weisen den Zusammenhang zwischen dem Training der posturalen Kontrolle und einer Leistungssteigerung in mehreren Sportarten nach, wie zum Beispiel im Schützensport, Golf, Fußball u. a.

Chronische Rückenschmerzen korrelieren mit schlechteren posturographischen Messwerten.

Auch der Zusammenhang zwischen der posturalen Kontrolle und der Konzentrationsfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen wurde nachgewiesen.

Höhere Schwankungen in AP-Richtung sprechen oft für eine gesunde „Knöchelstrategie“ bei der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts, können jedoch bei geringerer posturaler Kontrolle auch ein Indiz für chronische Rückenschmerzen sein. Eine höhere Schwankung in ML-Richtung ist oft ein Zeichen für eine erhöhte Aktivität in der Hüfte, welche ein Zeichen von Unsicherheit sein kann und häufiger bei älteren und übergewichtigen Klienten anzutreffen ist. Bei Unsicherheit besteht auch die Tendenz zu einer Gewichtsverlagerung nach vorne in Antizipation eines möglichen Sturzes.

Der „Mittelpunkt“ auf dem Bildschirm „Auswertung“ von HomeoGuard zeigt Asymmetrien und Gewichtsverlagerungen an.

Deutlich bessere Messwerte bei der Messbedingung „Augen zu, weiche Unterlage“ („Paradoxe Haltungsreaktion“) können bei orthopädischen Problemen auftreten oder bei intersensorischen Integrationsproblemen, bei denen der Ausschluss von visueller und somatosensorischer Information die Gleichgewichtskontrolle erleichtert. Dies kann auch bei Ängsten und phobischem Schwindel vorkommen.

Beim Vergleich von 20-Sekunden- und 30-Sekunden-Messungen können Rückschlüsse auf die Ermüdung der Klienten bei der Aufrechterhaltung der posturalen Kontrolle gezogen werden.

Wir möchten betonen, dass bei einer individuellen differenzierten Betrachtung der Diagramme der Standardmessungen von HomeoGuard unter Einbeziehung weiterer relevanter Informationen (!) je nach Fragestellung und Zielsetzung die wertvollsten Rückschlüsse zu erwarten sind.

FFT: Die Erläuterung der Fourieranalyse würde den Rahmen einer kurzen Übersicht sprengen. Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie unter Literatur.

Dual-Task-Messung: HomeoGuard besitzt Optionen für Dual-Task-Messungen mittels eines Stroop-Tests und Audiostörungen zur Messung der Auswirkung von kognitiven und auditiven Ablenkungen auf die posturale Kontrolle. Eine weitere Variante der Dual-Task-Messung sind Kopfrechenaufgaben.

Sturzprävention für Senioren ist bei einem multimodalen Vorgehen effektiver. Dazu gehört zusätzlich zum Gleichgewichtstraining unbedingt der Aufbau von Muskelkraft, eine medizinische Diagnostik und Maßnahmen wie die Überprüfung der Sehkraft, des Hörvermögens (!), der Medikation, Angstreduktion und Vermeidung von Mobilitätseinschränkung nach erfolgten Stürzen, Überprüfung der Notwendigkeit von Gehhilfen und eventuelle Entwöhnung, Überprüfung der Stabilität der Schuhe und der Rutschfestigkeit der Sohlen, Beseitigung von Risikofaktoren im Wohnbereich (Stolperfallen, Lichtverhältnisse, Teppiche, Haltegriffe in Toilette und Bad, rutschfeste Matten) und vieles mehr.

Messen mit höherer Reliabilität

Bei den Standardmessungen sollte der Klient mit hängenden Armen und den Füßen in Hüftbreite in einem Winkel von ca. 15° auf dem Board stehen. Bei Erwachsenen wäre dies ein Abstand von ca. 12 cm zwischen den Knöcheln. Eine genauere Positionierung in AP-Richtung kann im Leerlauf vor einer Messung mit Hilfe der Zielscheibe erreicht werden. In ML-Richtung sollte auf einen symmetrischen Stand geachtet werden, um Asymmetrien erfassen zu können.

Der Blick sollte geradeaus auf eine neutrale Fläche (Wand, Leinwand) im Abstand von ca. 1,5 Metern gerichtet sein, auf der in Augenhöhe eine Markierung (z. B. ein Kreuz mit Klebeband) zur visuellen Fixierung angebracht ist.

Dies ist keine alltagsnahe Situation. Unsichere Klienten könnten in „Prüfungsstress“ geraten, was sich durch generell schlechtere Werte manifestieren würde, oder durch schlechtere Werte am Anfang der Messreihe, wie auch durch bessere Werte gegen deren Ende, da sich der Klient im Laufe der Messungen an die Situation gewöhnen könnte und sich anschließend bemühen könnte, die Aufgabe „doch noch besonders gut“ zu bewältigen.

Spontane Erstmessungen enthalten generell höhere Zufallsanteile und sind erst bei höheren Abweichungen relevant.

Deswegen ist eine sorgfältige Vorbereitung von hoher Bedeutung. Der Klient sollte ausführlich über den Ablauf der Messreihe informiert werden, wie auch über die Audiosignale beim Countdown und am Ende der Messung. Er sollte sich an die Situation gewöhnen können und seine Körperhaltung überprüfen. Es wäre jeweils eine Probemessung mit offenen und geschlossenen Augen zu empfehlen. Der Klient sollte dem Übungsleiter vor dem Start einer Messung seine Bereitschaft signalisieren. Besprechen Sie keine Zwischenergebnisse mit dem Klienten. Wir empfehlen drei Messungen pro Messbedingung. Zwischen den Messungen sollten Pausen eingelegt werden.

Bei Messungen in Gruppen ist es oft schwer, diese Bedingungen zu erfüllen. Falls gemittelte Ergebnisse für die ganze Gruppe erhoben werden sollen, wäre eine Komprimierung des Ablaufs vertretbar.

Bei der Betreuung einzelner Klienten, vor allem im Leistungssport, sollte sorgfältiger vorgegangen werden. Für die Baseline sollte nicht die erste Messreihe hergenommen werden, sondern eine zeitnahe zweite oder dritte Messreihe nach einer Gewöhnungszeit von mehreren Tagen. Wir empfehlen drei Messungen pro Messbedingung und auch das Löschen und Wiederholen einer Messung, falls diese sich von den anderen zwei extrem unterscheidet. Dies kann im „Verlauf“ der Messwerte eingesehen werden, jedoch nicht in der Auswertung „Diagramme 1–4“, da dort nur Mittelwerte angezeigt werden.

Einige Autoren bewerten die Gewöhnung an die Messungen und Übungen kritisch und sehen in diesem Umstand auch die Ursache für die Verbesserung der Ergebnisse. Wir sind überzeugt, dass nach ca. 3–4 Übungseinheiten und Messungen im Abstand von einigen Tagen eine ausreichende Reliabilität vorhanden ist, wie auch dass ab diesem Zeitpunkt bei Verbesserungen der Ergebnisse die Trainingseffekte entscheidend sind.

Bei Vergleichsmessungen sollte auf gleiche Bedingungen geachtet werden. Tageszeit, Schlafqualität und Befindlichkeit sind bedeutende Faktoren. Es bestehen erhebliche Schwankungen der posturalen Kontrolle im Tagesverlauf. Unter Berücksichtigung gleicher Bedingungen könnte bei vorhandener Baseline auch die mentale Tagesform von Leistungssportlern ermittelt werden.

Übungsvarianten

Dual-Task-Übungen gewinnen zunehmend an Bedeutung. In den Übungen „Punkte quer“ und „Punkte längs“ ist bereits eine leichte kognitive Komponente integriert. Weitere Varianten wären Kopfrechenaufgaben, den Klienten in Alltagsgespräche verwickeln und mit überraschenden Fragen konfrontieren.

Audiostörungen und Zurufe können mittels der entsprechenden Option allen Übungen zugeschaltet werden.

Stroop-Test-Übungen können nicht mit Biofeedback-Übungen kombiniert werden.

Videobrille

Videobrille Oculus Quest

Die visuelle Kompensation von vestibulären und/oder sensorischen Defiziten kommt am häufigsten vor.

Für differenziertes Üben der vestibulären und/oder sensorischen posturalen Kontrolle empfehlen wir das audiovisuelle Biofeedback-Training unter Ausschluss der visuellen Orientierung mittels der Hightech-Videobrille Oculus Quest und Spezialsoftware.

Interpretationsbeispiele für die Standardmessungen (Diagramme)

AO F = Augen offen, feste UnterlageAZ F = Augen zu, feste UnterlageAO W = Augen offen, weiche UnterlageAZ W = Augen zu, weiche Unterlage
Diagramm: Visuelle Schwäche
Visuelle Schwäche
Diagramm: Sensorische Schwäche
Sensorische Schwäche
Diagramm: Visuell kompensierte sensorische Schwäche
Visuell kompensierte sensorische Schwäche
Diagramm: Vestibuläre Schwäche
Vestibuläre Schwäche
Diagramm: Visuell kompensierte vestibuläre Schwäche
Visuell kompensierte vestibuläre Schwäche
Diagramm: Visuell-vestibuläre Schwäche
Visuell-vestibuläre Schwäche
Diagramm: Visuell-sensorische Schwäche
Visuell-sensorische Schwäche
Diagramm: Vestibulär kompensierte visuell-sensorische Schwäche
Vestibulär kompensierte visuell-sensorische Schwäche
Diagramm: Vestibulär kompensierte visuelle Schwäche
Vestibulär kompensierte visuelle Schwäche
Diagramm: Sensorisch-vestibuläre Schwäche
Sensorisch-vestibuläre Schwäche
Diagramm: Visuell kompensierte sensorisch-vestibuläre Schwäche
Visuell kompensierte sensorisch-vestibuläre Schwäche
Diagramm: Sensorisch kompensierte visuelle Schwäche
Sensorisch kompensierte visuelle Schwäche
Gezieltes Training

Das sensorische Training findet direkt auf dem Board statt (feste Unterlage). Das vestibuläre Training findet am Anfang auf 2 cm Schaumstoff, später auf 3 cm und 4 cm statt (Verbundschaumstoff V-120).

Erweiterte Nutzung von „HomeoGuard“

Übung im Sitzen auf dem Board

Es sind mehrere erweiterte Nutzungen denkbar. Dafür eignet sich meistens der Bildschirm „Messung“ oder die Übung „Zielscheibe“ im Leerlauf.

Auf dem Bildschirm „Messung“ entspricht der Abstand zwischen den Ringen 4 cm auf dem Board. So kann z. B. durch Neigung des Klienten die funktionelle Unterstützungsfläche abgeschätzt werden.

Testkunden nutzen unsere Software in ihrer Praxis beispielsweise zum Training verschiedener Beckenkippbewegungen, um die Beweglichkeit im unteren Rückenbereich zu erweitern.

Die Übenden lernen im Sitzen auf dem Board, auch auf Luftkissen, anstelle der großen oberflächennahen Muskeln die kleinen tieferliegenden Muskelgruppen rund um die Wirbelsäule zu nutzen.

Anwendung durch Angehörige medizinischer Berufe – Gesetzeslage

„HomeoGuard“ ist kein medizinisches Produkt, braucht keine medizinische Zulassung und kann von Angehörigen medizinischer Berufe und in medizinischen Einrichtungen angewendet werden, solange es sich nicht um die Absicht handelt, damit konkrete Krankheiten zu heilen. Dabei ist es unerheblich, welche Krankheiten ein Klient hat, solange dessen Heilung nicht das Ziel der Anwendung ist.

Der Europäische Gerichtshof hat als letzte Instanz in seinem Urteil vom 22. November 2012 in der Rechtssache C-219/11 festgestellt, dass ein Gegenstand, der von seinem Hersteller zur Anwendung für Menschen zum Zwecke der Untersuchung physiologischer Vorgänge konzipiert wurde, nur dann unter den Begriff „Medizinprodukt“ fällt, wenn der Gegenstand für einen medizinischen Zweck bestimmt ist. Das Urteil ist rechtskräftig.

Das Gericht hat auch festgestellt, dass Software und Geräte, die in einem medizinischen Zusammenhang zur allgemeinen Gesundheitspflege verwendet werden, keine medizinischen Geräte darstellen, solange der Hersteller ihnen keine spezifisch medizinische Zweckbestimmung gegeben hat, auch wenn der Anwender diese unzulässig medizinisch anwenden könnte.

In Deutschland bestehen keine Gesetze, Vorschriften, Verordnungen oder Berufsordnungen, die besagen, dass Angehörige medizinischer Berufe oder medizinische Einrichtungen ausschließlich Medizinprodukte anwenden dürfen.

Beispiel: Ein Arzt braucht für allgemeine Zwecke keine medizinisch zugelassene Waage, solange er diese nicht zur Gewichtskontrolle in Zusammenhang mit Diabetes Typ 2 anwendet.

HomeoGuard hat eine automatische Eichung für höchste Messgenauigkeit, die Hardware muss jedoch nicht amtlich geeicht werden und ist somit wartungsfrei.

Literatur

Ausgewählte Artikel zum Thema als PDF zum Lesen und Herunterladen.

Multifactorial pathogenesis of falls as a basis for multifactorial interventions

M. Runge & E. Schacht · J Musculoskelet Neuronal Interact 2005; 5(2):127–134 · 8 Seiten, Englisch

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Postural Balance and Aging – Cross-sectional Comparative Studies and a Balance Training Intervention

Sanna Sihvonen · Dissertation, Universität Jyväskylä 2004 · 66 Seiten, Englisch

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Test-retest reliability of Tetrax® static posturography system in young adults with low physical activity level

N. Akkaya et al. · International Journal of Sports Physical Therapy 2015 · 9 Seiten, Englisch

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Tetrax: Fourier Transformation of Postural Sway

Erläuterung der Fourieranalyse (FFT) der Körperschwankung · 10 Seiten, Englisch

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Tetrax Diagnose ausführlich – Das Gleichgewichtsverhalten als Hilfsmittel zur Diagnose

Beschreibung der Messpositionen und ihrer Deutung · 5 Seiten, Deutsch

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